27 O 1151/08 - 16.12.08 - Dr. Dehm vs. TAZ - Dr. Dehm´s Variante des Partisanenliedes "Bella ciao"

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Dr. Dehm vs. TAZ Vertriebs- und Verlags GmbH

16.12.08, 11:00 27 O 1151/08 Dr. Dehm vs. TAZ Vertriebs- und Verlags GmbH

In der Verhandlung 27 O 1151/08 ging es um den PDS-Vizechef Diether Dehm und seine deutsche Variante des Partisanenliedes "Bella ciao". Es wurde in der Verhandlung nicht wirklich klar, warum er gegen die TAZ klagte und was seine Anwälte für ihn erreichen wollten. Ein leichter Sieg für Eisenberg.

Terminrolle Berlin

[bearbeiten] Corpus Delicti

Corpus Delicti könnte der folgende TAZ-Artikel vom 14.10.08 gewesen sein:

K.-P. KLINGELSCHMITT über ÄLTERWERDEN Im Kasperletheater des Älterwerdens Wenn einer in der Inszenierung des Lebens alle Rollen gleichzeitig spielen will, hat das leicht etwas Peinliches

Ich hatte das schon einmal in meiner ersten Kolumne kurz thematisiert: Dass man sich als Mitglied der Generation 50-plus-links leicht zum Affen machen kann, wenn man den Prozess des Älterwerdens ignoriert und etwa als Berufsjugendlicher daherkommt oder permanent den Revoluzzer gibt.

Ganz schlimm aber wird es, wenn jemand im selbst inszenierten Kasperletheater Leben auch noch alle Rollen selbst spielen will: den Kasper, den Seppel, den Polizisten, den Räuber, das Krokodil, die Gretel, die Prinzessin, die Großmutter und den Teufel. So wie unser Alterskamerad Diether Dehm (58) alias "Lerryn" - eine Kombination aus Larry (Spitzname) und Lenin -, alias IM Dieter, alias IM Willy, zu dem zwei Aphorismen von Lichtenberg passen wie Arsch auf Eimer: "Er schien eher eine Tischlerarbeit zu sein als ein wirklich menschliches Geschöpf." Und: "Er schliff immer an sich und wurde am Ende stumpf, ehe er scharf war."

Der ehemalige Sozialdemokrat und gelernte Pädagoge, Liederschreiber und Protestsänger, Musikpromotor und Prominentenmanager, Fernsehproduzent und Berufspolitiker, Stasiinformant und Entertainer, Unternehmer und Buchautor sitzt heute für die Linke im Bundestag. Vor gut drei Wochen auf der Geburtstagsfeier für Linksikone Oskar Lafontaine (65) im Bergmannsheim zu Ensdorf führte der tatsächlich doch real existierende Dehm durch das Programm und sang zudem vor den geladenen Gästen aus Politik und Kultur im Showbusinessanzug das italienische Partisanenlied "Bella ciao!" - in einer weichgespülten, verkitschten deutschen Version.

Mehr Pein und Peinlichkeit war nie! Einer, der nach den Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR auch eine Geldprämie für seine nachgewiesenen denunzierenden Berichte etwa über den ausgebürgerten Lyriker und Sänger Wolf Biermann bekommen haben soll, verging sich an diesem Klassiker des Widerstands gegen den Faschismus in Europa. (...) Blasphemie in Rot pur also. Wer möchte so ignorant älter werden? Ich jedenfalls nicht.

(...)

Quelle: taz 14.10.08

[bearbeiten] Richter

Vorsitzender Richter am Landgericht Herr Michael Mauck
Richterin am Landgericht Becker
Richterin am Amtsgericht Frau Dr. Hinke

[bearbeiten] Die Parteien

Klägerseite: Kanzlei: Hogan & Hartson, Raue LLP; vertreten durch RAinnen X und Y
Beklagtenseite: Kanzlei: Eisenberg; RA Eisenberg

[bearbeiten] Bericht der Pseudoöffentlichkeit

Für die Pseudoöffentlichkeit wurde Verhandlung miterlebt und mitgeschrieben von E Schälike

Richter Mauck: ...es ist unstreitig, dass der Antragsteller das Lied in dieser Form gesungen hat...

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...ja...

Richter Mauck: ...falls er anderen Zungenschlag so drinne hat...

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...Text... englisch und italienisch... Frage, glaubt der Leser, dass er den Text so gesungen oder verkitscht hat... das nicht vollständiger Text... ist doch klar.... „ich muss jetzt sterben“.... man kann ja nicht gezwungen werden, ganzen Text zu zitieren... dass es endet mit Faschismus und Krieg... selber für den Fall, dass Leser glaubt, er hätte den Text so gesungen, nicht so gemeint... so was gibt´s doch gar nicht in Original... dass er jetzt sterben muss und zum Sterben hingeht...

Richterin Becker: ...warum zitiert man ihn denn dann so?

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...Klassiker des Widerstands... herrschende Übersetzung... diese Zeile gesungen... verkitscht gesungen... enthärtet... Weichspülung... „Partisanen kommen“... Autor meint, er kann ja gar nicht schießen...

Richterin Becker: ...Jacke wie Hose...

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...wer beschreibt, darf Teile wiedergeben... Beurteilungsrecht... Presserecht... in Artikel... „in einer weichgespülten, verkitschten Version“... dann kommt Zitat aus Klassiker...

Richterin Hinke: ...das hätten Sie angeben müssen, dass das Zitat der Klassiker selber war...

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...“sang das italienische Partisanenlied“... ursprüngliche Version... Unterschied ist... TAZ Version... „nehmt mich mit Euch, der Tod ist nah“....

Klägerseite: ...Kriegsverherrlichung...

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...Sie können wohl nicht lesen... Wikipedia-Übersetzung... Text, der bedauert, dass jemand sein Leben hingeben muss... daraus erwächst die schöne Blume...

Klägerseite: ...genauso wie im Irak... wo Eltern sagen, der ist jetzt tot, aber er ist für eine gute Sache gestorben... es distanziert sich von Krieg...

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...Berner´scher Text... dieses Lied ist ein Lied gegen den Faschismus... entstanden in einer Zeit... Partisanen... gesagt, das ist Scheiße, was wir hier tun müssen, aber dann kommt eine Zeit, die besser ist... habe versucht, Ihnen die Version Berner und Version Dehm vorzulegen...

Klägerseite: ... [versucht, dazwischenzureden, keine Chance, Eisenberg quatscht und quatscht]

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...selbe inhaltliche Aussage... wenn man unterstellt, dass Leser es so verstanden hat, dass Dehm das so gesungen hat... Aussage ändert sich nicht...

Klägerseite: ...man muss erst mal auf Historie zurückgehen... Zitat wird Antragsteller in den Mund geschoben... wenn er sich mit Text so identifiziert hätte, gäbe es keinen Grund, eine eigene Version zu haben...

Beklagtenanwalt Herr Eisenberg: ...Aussage... er hat im Vergleich zum Klassiker eine weichgespülte, verkitschte deutsche Version gemacht... Antikriegs-/Antifaschismuslied... Sie behaupten in Anklageschrift... es geht hervor „ich bin ein armes Schwein, ich muss sterben, aber nach meinem Tode geht eine schöne Blume hervor“... ist nicht falsch zitiert... und selbst wenn falsch zitiert, noch lange keine Persönlichkeitsverletzung...

Klägerseite: ...man hätte ja Original zitieren können, wenn man Original zitieren wollte...

Richter Mauck: ...ok... wir entscheiden am Schluss der Sitzung...

Am Schluss der Sitzung: Die einstweilige Verfügung gg. TAZ wird aufgehoben.

[bearbeiten] Kommentar

Die beiden Rechtsanwältinnen der Klägerseite machten einen verlorenen und nicht gut vorbereiteten Eindruck. Auch bei einem schwächeren Anwalt als Herrn Eisenberg hätten die beiden Damen wahrscheinlich keine Chance gehabt. Sie kamen kaum zu Wort und was dann gesagt wurde, war nichtssagend. Es kamen keine überzeugenden Argumente und bis zum Schluss wurde nicht klar, was die Klägerseite eigentlich erreichen wollte. Die Kanzlei Hogan & Hartson hat sich mit den beiden keinen Gefallen getan.

[bearbeiten] Weiterführende Links

Wikipedia Bella Ciao

Dehm Partisanenlied bei Google

Welt Online - Lyrische Volksfront

[bearbeiten] Wichtiger Hinweis

Für diesen Bericht gilt, was für alle Berichte gilt: Alles, was in den Berichten steht, entspricht nicht unbedingt der Wahrheit. Beweisen können die Berichterstatter nichts; geurteilt nach den strengen Regeln der Zensurkammern, sind die Recherchen der Berichterstatter erbärmlich. Was in den Berichten in Anführungszeichen steht, ist nicht unbedingt ein Zitat. Oft wird eine falsche Zeichensetzung verwendet. Dafür haben schon mehrere Berichterstatter in Deutschland Heute gesessen. Die Berichterstatter möchten für ihre mangelnde Kenntnis der Grammatik und Syntax bzw. deren nicht exakte Anwendung nicht noch ein weiteres Mal ins Gefängnis. Was als Zitat erscheinen kann, beruht lediglich auf den während der Verhandlung geführten handschriftlichen Notizen. Auch wenn andere Texte, welche nicht in Anführungszeichen stehen, als Zitate erscheinen, sind es keine, denn beweisen können die Berichterstatter als Pseudoöffentlichkeit nichts. Auch Zeugen gibt es keine. Sowohl Anwälte als auch Richter werden sich an nichts erinnern - sie haben Besseres zu tun. Was merkwürdig erscheint, muss von Ihnen nicht unbedingt geglaubt werden. Eine Meinung besitzen die Berichterstatter von der Pseudoöffentlichkeit nicht. Es handelt sich lediglich um Verschwörungstheorien.

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